Rechenschaftsbericht der LebenshilfeKreisvereinigung Euskirchen e.V.
anlässlich der Mitgliederversammlung am 11.10.2011 im Lebenshilfe-Zentrum,
Kirchplatz 1, 53879 Euskirchen

(gekürzte Fassung)


Liebe Mitglieder und Gäste der Lebenshilfe Kreisvereinigung Euskirchen e.V.,

sehr geehrte Herren und Damen,

der Vorstand hat sich im Berichtszeitraum zu 4 ordentlichen Vorstandssitzungen zusammengefunden, um sich über die laufenden Angelegenheiten unserer Einrichtungen und Dienste zu informieren und über wichtige Entscheidungen zur Weiterentwicklung unserer Kreisvereinigung zu beschließen. Zwischen den Vorstandssitzungen stehen die beiden Vorsitzenden und der Schatzmeister im regelmäßigen Informationsaustausch mit der Geschäftsführung.

Weiterhin war der Vorstand in der Landesdelegiertenversammlung der Lebenshilfe in Witten und in der Bundesdelegiertenversammlung in Marburg vertreten.

Darüber hinaus galt es, die Lebenshilfe bei verschiedenen Einzelveranstaltungen und Terminen zu vertreten. Dazu zählt auch die regelmäßige Mitarbeit in sozialpolitischen Gremien. Exemplarisch nennen wir die psycho-soziale Arbeitsgemeinschaft des Kreises Euskirchen mit ihren verschiedenen Facharbeitskreisen, den Behindertenbeirat der Stadt Euskirchen oder die Mitarbeit in unterschiedlichen Netzwerken im Kreis tätiger Einrichtungen und Dienste, die sich für die Belange unserer behinderten Mitbürger einsetzen.

Die aktuelle Entwicklung unserer Kreisvereinigung Euskirchen (LH EU) lässt sich an folgenden Zahlen ablesen: Unser Verein zählt am heutigen Tage 262 Mitglieder. Mit einem Zuwachs von 4 Mitgliedern im zurückliegenden Jahr hat die Lebenshilfe Euskirchen einen weiteren Mitgliederhöchststand erreicht. Darunter zählen seit etwa 2 Jahren vermehrt Menschen mit Behinderung, was die Identität der Lebenshilfe als Selbsthilfevereinigung deutlich unterstreicht. Menschen mit Behinderung möchten nicht nur gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Sie möchten auch ehrenamtlich bei der Durchführung unserer Veranstaltungen und Aktionstage mitarbeiten und zeigen, wozu sie trotz vorhandener Handicaps zu leisten bereit und in der Lage sind. Hierüber freuen wir uns sehr.

Im September 2011 beschäftigte die LH Euskirchen 185 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Zahl von etwa 45 freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern ist dabei nicht eingerechnet.

Über die wirtschaftliche Gesamtentwicklung wird Ihnen unser Schatzmeister, Herr Stein, berichten, wenn er der Mitgliederversammlung den Jahresabschluss 2010 erläutert. Auch in diesem Jahr können wir an dieser Stelle bereits vorwegnehmen, dass unser Verein auch weiterhin in der Lage ist, in qualitäts- und bestandserhaltende Maßnahmen sowie in Projekte zu investieren, die der Zukunft der Eingliederungshilfe zur Inklusion von Menschen mit Behinderung Rechnung tragen.   

Mit Freude verfolgen wir derzeitig die Errichtung unseres Neubauprojektes in Weilerswist, wo 8 barrierefreie Wohnungen für Menschen mit Behinderung im ambulant betreuten Wohnen entstehen. Auf einer von uns erworbenen Fläche in Kall soll ein weiteres Bauobjekt entstehen. Hier befinden wir uns in der Vorplanung. Dorthin sollen bis 2018  Bewohner unserer Wohnstätte Kall umziehen, damit der im neuen Wohn- und Teilhabegesetz vorgeschriebene Standard umgesetzt werden kann, der ab 2018 in Wohnstätten nur noch Einzelzimmer erlaubt.

Nun zu unseren sozialen Einrichtungen und Diensten:

Die Frühförderung

Die Angebote der Frühförder- und Beratungsstelle für den Kreis Euskirchen werden zurzeit als sogenannte Solitärleistungen erbracht, d.h., es handelt sich schwerpunktmäßig um heilpädagogische Fördermaßnahmen. Für die Durchführung von begleitenden medizinisch-therapeutischen Förderangeboten erfolgt eine vernetzte Zusammenarbeit mit dem SPZ Mechernich und den im Kreis niedergelassenen Therapeuten und Praxen verschiedenster Fachrichtungen. Aus Gesprächen mit verantwortlichen Stellen im Kreis Euskirchen ging hervor, dass unser bestehendes Förderangebot weiterhin als wichtig und unverzichtbar bewertet wird. 

Die Frühförderung war im Berichtszeitraum 2010/2011 durchweg bis an die Kapazitätsgrenze ausgelastet. Als wichtiger Bestandteil des Netzwerkes „Frühe Hilfen“ wird unser offenes Beratungsangebot genutzt. Die Frühförderinnen setzten sich in zwei regelmäßig stattfinden Facharbeitskreisen mit den Neuerungen im Bereich Frühförderung auseinander. Sehr großes Interesse fanden die fortlaufend angebotenen Informationsveranstaltungen der Frühförderung für Eltern und Mitarbeiter von Kindertagesstätten zum Thema: „Früherkennung- und Behandlung von Entwicklungsstörungen“.

Die Wohnstätten 

Insbesondere durch den Ausbau der ambulanten Wohnangebote der Lebenshilfe und anderer noch im Kreis vertretenen Träger hat sich die Versorgungssituation im Bereich der stationären Wohnhilfen deutlich entspannt. Die von uns vorgehaltenen 100 Wohnplätze in den Wohnstätten Kall, Euskirchen und Weilerswist waren im Berichtszeitraum durchgängig belegt. In den vergangenen ein bis zwei Jahren haben wir besonderes Augenmerk auf die steigende Zahl der Bewohner legen müssen, die aus Alters- oder Krankheitsgründen nicht mehr einer regelmäßigen Tätigkeit in den Nordeifelwerkstätten nachgehen können. Mit dieser Altersentwicklung ist leider ein Anstieg von Alterserkrankungen verbunden, was zwangsläufig zu höheren Hilfebedarfen im Bereich Assistenz und Pflege und damit auch zu einem höheren Personalbedarf führt. Um diesen Herausforderungen auch fachlich gerecht zu werden, bieten wir unseren Mitarbeitern qualifizierte Fortbildungsangebote an. Für freiwerdende Stellen halten wir auch verstärkt Ausschau nach qualifizierten Pflegefachkräften. Der in den Medien immer wieder angekündigte Mangel an Pflegefachkräften macht sich bereits jetzt bemerkbar. Aus diesem Grunde haben wir in den letzten Jahren zusätzliche Ausbildungsplätze für Heilerziehungspfleger in unseren Einrichtungen geschaffen.

Die Kreisvereinigung hat im Berichtszeitraum aufwändige bestandserhaltende Investitionsmaßnahmen in allen Wohnstätten durchgeführt, was die Qualität unserer Wohnangebote erhält und sogar verbessert.

Die vor Ort geleistete Arbeit und die durchgeführten Maßnahmen sind Bewohnern und ihren Angehörigen bekannt und können an dieser Stelle aus zeitlichen Gründen nicht eingehender erläutert werden.

Fachdienst: Ambulant Betreutes Wohnen

Vom Fachdienst werden zurzeit 40 Klienten in ihrer eigenen Wohnung betreut. Die Betreuungsangebote finden vornehmlich in den Abendstunden und am Wochenende statt. Dies erfordert von den Bezugsbetreuern ein hohes Maß an Flexibilität.

Wie bereits erwähnt, befindet sich ein weiteres Projekt für ambulant betreutes Wohnen in Weilerswist in der Bauphase. Im Spätsommer nächsten Jahres hoffen wir dort weiteren 8 erwachsenen Menschen mit Behinderung ein weitgehend selbständiges und selbstbestimmtes Wohnen außerhalb ihrer Familien bieten zu können.

Abteilung Offene Hilfen

Mit den räumlichen Möglichkeiten in unserem Freizeit- und Begegnungszentrum konnte das Kurs- und Freizeitangebot der Lebenshilfe wesentlich ausgebaut werden. Darüber hinaus wurden die Räume öfter für Tagungen und Seminare an andere gemeinnützige Einrichtungen vermietet. Besonders erwähnenswert halten wir die Zahl von rund 68 Teilnehmern der „Offenen Treffs“ hier im Hause, hinzukommen weitere 60 Teilnehmer an unseren „Offenen Treffs“ in Kall.

In der letzten Mitgliederversammlung konnten wir Ihnen berichten, dass der familienunterstützende Dienst als neuer ambulanter Dienst der Lebenshilfe die Anerkennung durch die Bezirksregierung Köln erhalten hat. Derzeit werden bereits 56 Familien im Kreis Euskirchen vom FuD betreut, diese Zahl wird sicherlich weiter steigen. Der FuD ist unseres Erachtens ein wichtiges Bindeglied zwischen Familien mit behinderten Angehörigen und der Lebenshilfe als Eltern- und Selbsthilfevereinigung. Für die Arbeit des FuD ist es von Vorteil, dass er im Rahmen einer intern vernetzten Zusammenarbeit auf bereits vorhandene Ressourcen zurückgreifen kann.

Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle

Die KOKOBE wird als trägerneutrale Anlaufstelle zur Beratung und Hilfevermittlung von Betroffenen, ihren Angehörigen und begleitenden Fachleuten sehr oft in Anspruch genommen. Im Rahmen einer kooperativen Zusammenarbeit führen die beiden Mitarbeiterinnen mehrfach im Jahr Sprechstunden und Informationsabende in den Förderschulen und in den verschiedenen Betriebsstellen der Nordeifelwerkstätten durch. Sie ist im Kreis Euskirchen zum wichtigsten Bindeglied zwischen Hilfesuchenden, den Anbietern von ambulanten und stationären Wohnhilfen und den hierfür zuständigen Kostenträgern geworden.

Zur Geschäftsstelle

Unsere Einrichtungen und Dienste bedürfen einer gut funktionierenden Verwaltung und Wirtschaftsführung. Mit den Erweiterungen unserer Angebote sind in den letzten Jahren die Anforderungen in den Bereichen Personal- und Wirtschaftsführung, Lohn- und Finanzbuchhaltung sowie Abrechnungswesen und Controlling erheblich gestiegen. Dies konnte durch eine gut strukturierte Zusammenarbeit und eine effiziente Prozesssteuerung in der Verwaltung aufgefangen werden.

Stets haben der Betriebsrat, die Heimbeiräte und der Lebenshilfe-Rat eine kooperative Zusammenarbeit angeboten und wichtige betriebliche Entscheidungen mitgetragen.

Auch in diesem Jahr sagen wir ein besonderes Dankeschön an den Verein „Miteinander-Füreinander“ (Weilerswist), der uns seit über 10 Jahren auf verschiedene Art und Weise unterstützt und vertrauensvoll mit uns zum Wohle der Menschen mit Behinderung zusammenarbeitet.

Euskirchen, den 11.10.2011                                                                                          gez. Michaela Fischer

        1. Vorsitzende

 

 

gez. Bernd Milz

Geschäftsführer